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Direkt an der Grenze des Naturschutzgebietes Tister Bauernmoor/Ekelmoor, einem überregional renommierten Siedlungs- und Rastplatz für Kraniche bei Sittensen (Kreis Rotenburg/Wümme),  liegt  die Bohrung Kallmoor Z1. Die Situation von Grundwasser und Moorflora in dieser Region ist nicht zuletzt aus natur- und tierschützerischer Sicht von erheblichem Interesse.

Die Bohrung Kallmoor Z1, die auf über 5000 Meter Endtiefe (“Endteufe”, wie der Fachmann sagt) abgesenkt wurde, blieb erfolglos. Es wurde dort nie gefördert. Aber da die Bohrstelle nun seit Anfang der sechziger Jahre da war, sollte sie auch genutzt werden. Sie wurde umfunktioniert zur Versenkstelle für Lagerstättenwasser. In den Jahren 1962 bis 1981 wurden dort ca. 16.000 m³ Lagerstättenwasser verpresst. In der Zwischenzeit war der Betreiber, die Gewerkschaft Elwerath, in die BEB und damit in den Besitz von Exxon und Shell (jeweils 50%) übergegangen. Nach Abschluss der Verpresstätigkeit wurde die Sache versiegelt und 1984 wurde die Bergaufsicht beendet. Nun war die Stelle wieder sich selbst überlassen.

Bei Spaziergängen wurde jetzt festgestellt, dass an der ehemaligen Bohrung ein Wäldchen steht, das eine ungewöhnliche Lichtung umschließt – da wächst kein Strauch und kein Bäumchen, nur Gras und Herkulesstaude. Augenzeugen berichten, dass dort nur 50 cm unter der Erdoberfläche Öl zu finden ist. Möglicherweise handelt es sich um Bohrschlämme aus der Jahrzehnte zurückliegenden Nutzung. Wir haben diesen Hinweis in einem Gespräch mit Wirtschaftsminister Lies erwähnt. Er hat daraufhin veranlasst, dass das LBEG dem nachgeht. Ein Mitarbeiter des Ministers beschreibt, dass ein Mitarbeiter des LBEG die Bohrung in Augenschein genommen habe. “Bei dieser Befahrung wurden jedoch keine organoleptischen Auffälligkeiten (Gerüche, ungewöhnliche Verfärbungen oder Veränderungen im Pflanzenwuchs) festgestellt…  ist nach Einschätzung des LBEG kein Handlungsbedarf gegeben… (T. Müller, 28.8.2014).

Diese Antwort ist insofern ein Fortschritt, als der damalige Wirtschaftsminister Bode dem Landtagsabgeordneten Borngräber (SPD) auf diesbezügliche Anfrage noch 2012 (!)  mitgeteilt hatte: “Über eine Versenkbohrstelle in diesem Bereich liegen dem LBEG keine Erkenntnisse vor”. So einfach wäre Renate Maass von der BI “Kein Fracking in der Heide” mit ihren Recherchen dieses Mal auch nicht abzuspeisen gewesen. Aber auf die Idee, eine Bodenprobe zu entnehmen, kam das LBEG denn auch dieses Mal nicht. Man konnte ja gar nichts riechen. Ob sich die Mitarbeiter des LBEG bezüglich ihrer sensorischen Durchdringungskraft mal nicht überschätzen.

Die Bohrstelle liegt mitten im Aufsuchungsfeld Sittensen, das sich im Osten bis Fintel (Kreis Harburg) zieht. Dort sucht die kanadische Firma PRD nach Öl und Gas. Die Förderung (wenn sie denn kommt) wird wahrscheinlich einer der Big Player übernehmen – wir sind in Exxon-Land…

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Man gut, dass die Honigbienen nicht so tief buddeln, sonst wurde aus Rapshonig womöglich plötzlich Rapsöl… (Bienenkörbe an der alten Versenkstelle)

 

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Kraniche über der Versenkstelle: nichts wie weg!

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