Das zentrale Thema bei diesem vorweihnachtlichen Gespräch der nordniedersächsischen BIs mit dem Landesbergamt (LBEG) war die Entsorgung des bei der Gas- und Ölförderung anfallenden Lagerstättenwassers. Die BIs wiederholten und untermauerten ihre Forderung nach sofortiger Beendigung der Versenkung giftiger Abwässer in den Boden. Das LBEG bestritt nicht, dass es Verfahren zur technischen Reinigung des Lagerstättenabwassers gibt – aber sie seien noch nicht im großtechnischen Maßstab erprobt. Anders ausgedrückt: Das LBEG weiß darüber nicht genug.

Die BIs stellten weiter fest, dass die Kostenrechnung (das ist doch alles viel zu teuer!) weder Thema der BIs noch des LBEG sei. Mit dieser Frage werden sich die Firmen sicher befassen, wenn sie herausfinden müssen, ob sich die Förderung von Gas und Öl bei angemessenen Umweltschutzmaßnahmen noch rechnen würde. Das LBEG kann und soll bei seiner Bewilligungspraxis nicht die Kostenrechnung der Firmen vorwegnehmen.

Der „Stand der Technik“ ist überhaupt nur ein Teil der Bewertungskriterien: Es geht um den Stand der Wissenschaften (was ist möglich und erforderlich?) und um die Ethik. Was darf man riskieren, wo sind die Grenzen?

Wenn konkrete Maßnahmen zur Versenkung von Lagerstättenwasser beantragt werden, prüft das LBEG aber nur die technischen Parameter. Wie ist der Druck am Ort, in den versenkt werden soll? Wie sind die Druckverhältnisse drum herum, welche Veränderungen werden durch das Einbringen von Millionen von Kubikmetern Wasser ausgelöst? Die BIs fragten, ob man denn schon einmal eine ausgeförderte Bohrstelle (solche werden in der Regel zum Versenken benutzt) über eine Zeitlang beobachtet hat, wie sich das nach Beendigung der Gas- und Ölentnahme weiter reguliert da unten. Da musste das LBEG passen. Solche Kenntnisse hat man dort nicht. Wie soll man aber die Auswirkungen der Eingriffe vorhersagen, wenn man den Normalverlauf nicht kennt?

Um die Gesundheit der Menschen zu schützen, müssen sofort die Feststoffe [Weiterlesen…]

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Bilder aus der Bewegung

3 Dezember 2014 2 Kommentare

Eigentlich geht es ja mehr um Inhalte, Informationen, Widerstand. Manchmal hilft es, Bilder zu haben von dem Geschehen, Bilder im Kopf, in der Erinnerung. 2014 war nicht unbedingt ein Jahr wie aus dem Bilderbuch – aber eine kleine Auswahl von Bildern gibt es hier. Von Stätten des Protestes (Bötersen und Söhlingen) in unserem Nachbarkreis Rotenburg/Wümme, […]

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Heidenau/Wistedt: schützt der Landkreis das Wasser?

26 November 2014 Keine Kommentare

Das Aufsuchungsfeld Sittensen erstreckt sich über ca. 300 Quadratkilometer zwischen Zeven im Nordwesten, , Heidenau im Nordosten und Helvesiek im Süden. Das Gebiet ist agrarisch bewirtschaftet und zeichnet sich durch eine ausgesprochen moorige Beschaffenheit aus. Am bekanntesten sind das Tister Bauernmoor bei Sittensen und das Hatzter Moor etwas westlich davon. Aber auch in dem kleineren […]

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Fracking: Bundesregierung verteidigt Wirtschaftsinteressen

24 November 2014 Keine Kommentare

„Fracking zur Förderung von Schiefer- und Kohleflözgas wird es zu wirtschaftlichen Zwecken auf absehbare Zeit in Deutschland nicht geben“. So teilte es die Bunderegierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von grünen Bundestagsabgeordneten im September 2014 mit (1). Jetzt liegt der Entwurf der Bundesregierung zur Regulierung von Fracking vor, und wir müssen feststellen: Schon […]

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Einladung zum Neunten BI-Plenum am 18.11.14 in Buchholz

13 November 2014 Keine Kommentare

Erstmals seit über einem einem Jahr trifft sich das Plenum der BI “Kein Fracking in der Heide“ wieder in Buchholz, wo alles angefangen hatte. In der Zwischenzeit waren wir in Handeloh, Hanstedt, Tostedt, Winsen, Maschen und Amelinghausen, und zwischen siebzig und hundertzwanzig Bürger kamen jeweils zu den Veranstaltungen. Es geht aber nicht um die große […]

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Grosse-Brömer (MdB CDU) soll jetzt liefern

8 November 2014 Keine Kommentare

Offener Brief an Michael Grosse-Brömer, MdB (CDU), Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Abgeordneter für den Landkreis Harburg Sehr geehrter Herr Grosse-Brömer, zur Zeit findet die ministerielle Abstimmung über die Gesetzesvorhaben zu Fracking und Gas-Bohren in Deutschland statt. Dem Vernehmen nach stößt der Entwurf der Fachministerien (Umweltministerium, Wirtschaftsministerium) auf Widerspruch im Bundeskanzleramt und in […]

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Süddeutsche Zeitung färbt Fracking schön

4 November 2014 ein Kommentar

Die Süddeutsche Zeitung stellt in der Überschrift eines ganzseitigen Artikels über Fracking zu Allerheiligen fest: „Zeit für eine ernsthafte Debatte“. Stattdessen druckt sie darunter dann einen Artikel ab, der mit Halbwahrheiten, Scheuklappen und einer fragwürdigen journalistischen Ethik zu überzeugen sucht: Deutschland brauche eine eigene Gasförderung, und Fracking sei halb so wild. Damit reiht sich die […]

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Vertuscht und vergessen

2 November 2014 Keine Kommentare

Altlasten aus Öl- und Gasförderung an allen Ecken und Enden – NDR-Fernsehen 3.11.14, 20:15 (Leicht gekürzte Version des “Markt”-Berichtes aus “Hallo Niedersachsen” am 3.11.14 um 19:30: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Giftiger-Bohrschlamm-Sorge-ums-Grundwasser,hallonds24242.html Seit über dreißig Jahren werde „gefrackt“ und bisher sei doch nichts passiert. Dieses Argument hörte man landauf, landab seit Jahren sowohl aus der Öl- und Gas-Industrie als auch […]

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Gasbohren: jetzt aussteigen!

22 Oktober 2014 3 Kommentare

oder: Sah ein Knab ein Bohrturm stehn… Amelinghausen ist ein Erholungsort mitten in der Lüneburger Heide. Es liegt aber auch mitten im Aufsuchungsfeld Oldendorf, wo die amerikanische Firma Kimmeridge mit ihrer deutschen Tochter nach Öl sucht. Und wenige Kilometer weiter hat der Weltmarktführer Exxon schon mit seismischen Untersuchungen begonnen – im heutigen Aufsuchungsfeld von Kimmeridge. […]

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Exxon: Letzte Schlacht um Schiefergasfracking?

16 Oktober 2014 4 Kommentare

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