Umgebung von Bohrplätzen auch im Landkreis Harburg untersuchen!

Bei den bisherigen Untersuchungen von Böden im Umkreis von Bohrplätzen wurde der Landkreis Harburg nicht berücksichtig. In einem Schreiben an das Niedersächsische Wirtschaftsministerium, das Umweltministerium und das Landesbergamt weist Renate Maass  von der BI „Kein Fracking in der Heide“ auf gravierende Mängel hin.

„Mit Stand Januar 2018 hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) den Endbericht des Untersuchungsprogramms „Belastung von Böden im Umfeld aktiver Erdgasförderplätze in Niedersachsen“ (AG Hg I) vorgelegt und im Internet veröffentlicht. Auf Basis der erarbeiteten Ergebnisse wurde empfohlen,  im Umfeld von Erdölförderplätzen ebenfalls orientierende Bodenuntersuchungen durchzuführen: „Es besteht die Notwendigkeit, auch die Beeinträchtigungen der Erdölförderung auf den Boden zu erfassen, um auch für diesen Bergbaubereich eine Datenbasis zu generieren, die Aussagen zu möglichen Beeinträchtigungen der Umwelt oder des Schutzgutes Mensch ermöglicht.“ (LBEG [1]).

Im Landkreis Harburg, der bisher nicht berücksichtigt wurde, befinden sich bisher nicht untersuchte aktive Förderplätze in folgenden Bewilligungsfeldern:

Bewilligungsfeld: Sinstorf Bodenschatz: KohlenwasserstoffeFL_NR: 11064 Erstbescheid 1962  aktueller Rechtsinhaber: Mobil Erdgas-Erdöl GmbH 21218 Seevetal Postweg 205
Bewilligungsfeld: Fleestedt I Bodenschatz: KohlenwasserstoffeFL_NR: 10985 Erstbescheid 1980 aktueller Rechtsinhaber:Neptune Energy Deutschland GmbH 21218 Seevetal Mühlenweg
Bewilligungsfeld: Fleestedt I Bodenschatz: KohlenwasserstoffeFL_NR: 10985 Erstbescheid 1980 aktueller Rechtsinhaber:Neptune Energy Deutschland GmbH 21218 Seevetal Autobahnzufahrt Fleestedt A 7 Richtung Hamburg

Die Erdölförderung befindet sich auf geschotterten, unversiegelten Förderplätzen, die einen zementierten Bereich um den Bohrkeller aufweisen. Da sie unversiegelt sind und ein abschüssiges Gelände aufweisen, können nach unserer Einschätzung bei Brandereignissen austretenden wassergefährdenden Stoffe (Lösch-, Berieselungs- und Kühlwasser sowie die entstehenden Verbrennungsprodukte mit wassergefährdenden Eigenschaften) nicht nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zurückgehalten werden. Das Gelände im Mühlenweg grenzt unmittelbar an eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, die nicht von Aufkantungen vor Schmutzwässern des Förderplatzes geschützt ist. Dies bedeutet auch eine Gefährdung des Grundwassers, da die Förderplätze im Mühlenweg und Postweg nur wenige 100 m entfernt an das Wasserschutzgebiet Woxdorf angrenzen.

Eine große Gefahr geht auch von den Kunststoff-Rohrleitungen aus, in denen Produktionswässer aus der Nassölseparierung in Richtung Betriebsplatz Eichheister (auf Hamburger Gebiet) zur unterirdischen Verpressung geleitet werden. Diese PE-Leitungen verlaufen im Trinkwasservorranggebiet Bostelbek,Hamburg, aber auch über landwirtschaftlich genutzte Flächen im niedersächsischen Grenzgebiet zu Hamburg. Auch hier müsste eine Untersuchung stattfinden, um zu bewerten, ob laut BodenSchutzV eine Belastungen durch Tuluol, Benzol, Ethylenbenzol und Xylol vorzufinden ist.

Unsere Bedenken, hinsichtlich einer dringend erforderlichen Boden-, Luft- und Wasseruntersuchung, wurden 2017 dem damaligen Minister des MW, Herrn Lies , persönlich vorgetragen, ebenso dem damaligen LBEG Präsidenten, Herrn Sikorski, bei der Begehung des Betriebsgeländes im Postweg. 2018 wurde schriftlich auf diese besonderen Notwendigkeiten auf Kreis- und Gemeindeebene hingewiesen, sowie der preiswerten Methode des Pflanzenmonitorings der Luftqualität in der Nähe der Erdölbegleitgasfackel im Postweg in Seevetal – Beckedorf. 2019 wurde in dieser Sache der Minister Herr Althusmann im MW angeschrieben.

Wir bitten nunmehr dringend um Berücksichtigung unseres Anliegens, um auch für diesen mittlerweile z. T. seit mehr als 60 Jahren bestehenden, aktiven Erdöl Bergbaubereich eine Datenbasis zu generieren, die Aussagen zu möglichen Beeinträchtigungen der Umwelt oder des Schutzgutes Mensch ermöglicht.

Mit freundlichen Grüßen

Renate Maaß

[1] https://www.lbeg.niedersachsen.de/startseite/boden_grundwasser/schadstoffmessungen/untersuchungen_im_umfeld_von_erdolforderplatzen/untersuchungen-im-umfeld-von-erdolplatzen-188004.html

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