Aktuelles Flugblatt der BI

Das derzeit auf dem Infostand beim Markt verteilte Flugblatt der BI (Text: Linda Engelmann) war schon Grundlage des jüngsten Presseberichts von M. Schrader (Nordheide Wochenblatt vom 29.08.2014). Wir freuen uns immer, wenn die Informationen der BI aufgegriffen werden. Hier der originale Wortlaut des Flugblatts:

 

Gespräch mit Olaf Lies und der BI ‚Kein Fracking‘ in der Heide am 14.07.2014 im Wirtschaftsministerium Hannover

Rund 8000 Unterschriften gegen das Fracking und das Gasbohren wurden von den Mitgliedern der BI „Kein Fracking in der Heide“ im Landkreis Harburg zusammengetragen.

Mittlerweile hat das Wirtschaftsministerium einen Erlassentwurf vorgelegt, in dem das Fracking im Schiefergestein und in Wasserschutzgebieten nicht gestattet werden soll.

Für das Fracken im Sandstein gibt es einen umfangreichen administrativen Katalog, der von Exxon und Co abgearbeitet werden soll. – Vielleicht verschreckt sie das ja.

Trotzdem stehen die BI-Vertreter_innen dem Fracking bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen (Gas und Öl) nach wie vor ablehnend gegenüberKeinesfalls ist davon auszugehen, dass die 40jährige niedersächsische Fracking-Erfahrung und auch nicht die deutlich länger praktizierte, konventionelle Bohrpraxis ohne negative Folgen geblieben sind – dies wird immer wieder von Umweltminister Wenzel und Wirtschaftsminister Lies als Rechtfertigung für fortgesetztes Fracking angeführt ; denn:

  • Quecksilber wurde in die Verpressstellen entsorgt!
  • Das schon seit mehr als 150 Jahren anfallende giftige Lagerstättenwasser wurde z.T. oberflächlich eingebracht bzw. in Rohren weitergeleitet, die durchlässig für Benzol waren!
  • Was unterirdisch und auch oberirdisch geschehen ist und geschieht, davor haben Experten und Leute mit gesundem Menschenverstand schlicht Angst!
  • Erst seit den 90iger Jahren werden Verpressstellen für giftiges Lagerstättenwasser durch gesonderte Betriebspläne zugelassen und kartographiert!
  • Eine Krebsregisterabfrage im Gasland bei Rotenburg kommt endlich zustande. Aber nur auf Drängen der Bevölkerung und von GENUK, dem Netzwerk für Umweltkranke.

Offensichtlich sieht der Minister jetzt kein Problem mehr darin, ungereinigtes Lagerstättenwasser (LaWa) von hier nach dort zu transportieren, um es an „geeigneten“ Stellen zu verpressen. Vor ½ Jahr hatten Minister Lies und die Bergbehörde uns Hoffnung auf sauberes LaWa gemacht.

Die große Gefahr der Versalzung unseres Trinkwassers gerade hier in Norddeutschland scheint bei den Verantwortlichen noch keine besondere Rolle zu spielen!

Trotz aller Freundlichkeit im Gespräch wurde deutlich: Das kostbarste Gut Wasser – und damit unsere Gesundheit – wird nach wie vornicht ausreichend geschützt – auch nicht mit Minister Olaf Lies. Leider.

Mögliche Auswirkungen der BI-Arbeit gegen Fracking und Gasbohren

Blue Mountain ist weg vom Fenster. Nach der Empörung der BI „Kein Fracking in der Heide“ wurde die Aufsuchungserlaubnis der Fantomfirma “Blue Mountain Exploration” auf Kimmerdige übertragen, eine Tochter des Finanzunternehmens AllianceBernstein.

Das Landesbergamt (LBEG) reagiert, wenn die BIs Schäden aufdecken. Und sie bekommen auch Gelder von der Landesregierung bewilligt. So gibt es jetzt eine umfangreiche Untersuchung zu den Quecksilberanteilen im Boden bei den Bohrstellen.

Schieferfracking soll verboten werden. Wirtschaftsminister Olaf Lies möchte amerikanische Verhältnisse verhindern und nur konventionell z.B. im Sandstein fracken.

In konventionellen Lagerstätten soll erst ab 2500 m Tiefe gebohrt werden dürfen.

Aufgenommen in der Bundesratsinitiative des Wirtschaftsministers Olaf Lies:

Umweltverträglichkeitsprüfungen, UVPs, bei jedem Fracking. Die Öffentlichkeit soll informiert werden.

Beweislastumkehr: Schäden durchs Gas- und Ölfördern und Schäden durch Kavernen wie die neun Stück in Sottorf, 21224 Rosengarten, sollen durch die Unternehmen beglichen werden. Sie müssten dann beweisen, dass sie nicht die Verursacher sind.

Kein Fracken in Wasserschutzgebieten. Für bestehende Verträge gilt: Fördern und Verpressen in Wasserschutzgebieten bleibt weiterhin erlaubt. Bestandsschutz.

Aktuelles aus dem Landkreis

Nassölunfall in Seevetal: Die BI „Kein Fracking in der Heide“, insbesondere Renate Maaß, hat aktuell aufgedeckt, dass am 13.05.2008 ölhaltiges Lagerstättenwasser aus einer defekten Transportleitung auf dem Acker zwischen Wittenberg und Mühlenweg in Seevetal-Fleestedt ausgeflossen ist.Es soll insgesamt 900 m² Acker geschädigt haben. Dies hat die Landesbergbehörde bestätigt. Augenzeugen sagen, es wären ca. 2000 m² gewesen. Das stark salzhaltige Lagerstättenwasser enthält – neben Anteilen von Öl und Gas – Substanzen aus dem Untergrund, wie Quecksilber, Blei, Arsen, Benzol usw., oft auch Radium u. Radon. Dort in der Nähe soll ein großes Sportzentrum gebaut werden.

Termine:

Mittwoch, 17.9.14, 19 Uhr
Ort: Burg Seevetal, Göhlenbach 11, 21218 Seevetal/ Hittfeld

Fracking im Landkreis Harburg?
Diskussion mit MdB Dr. Miersch (SPD), Frau Dr. Westendorf-Lahouse (Exxon), Herrn Dr. Hoppenstedt (Landkreis Harburg), Herrn Dr. Olsson (Leuphana Uni Lüneburg)
Einladung: Svenja Stadler, MdB (SPD)

Dienstag, 21.10 2014, 19.30 Uhr

Ort: Lopautalhalle, Zum Lopautal 20A, in 212385Amelinghausen
Fracking auch in Amelinghausen?                                                                                    

Schutz des Grundwassers, wirksame Umweltvorsorge durch Gas- und Ölförderer? Die Bürgerinitiative ‚Kein Fracking in der Heide‘ informiert

(Linda Engelmann)

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.