Kimmeridge GmbH verkauft – gehört jetzt zur RDG GmbH&Co.KG

Die Firma Kimmeridge hat in Niedersachsen ausgedient. Sie gehört jetzt zur RDG Energy, einer von der österreichischen Rohöl-Aufsuchungsgesellschaft RAG und der englischen Petroleum Equity vor zwei Jahren gegründeten Tochtergesellschaft mit Sitz in Hannover. Der bisherige Sitz der Kimmeridge-Geschäftsführung in Lingen wird aufgegeben. Zumindest der Geologe Bruns ist mit Datum Januar 2017 zu RAG gewechselt, der ehemalige Kimmeridge GmbH-Geschäftsführer Neil McMahon ist laut LinkedIn weiterhin bei Kimmeridge Energy beschäftigt.

Wie wir es von der Firma Kimmeridge kennen, wurde der Wechsel heimlich, still und leise abgewickelt. Auf der Webseite der Kimmeridge Energy ist die Änderung noch gar nicht angekommen. Die Aufsuchungsfelder Oldendorf Verkleinerung, Lüneburg Verkleinerung, Heemsen und Borsum in Niedersachsen gehören dort weiterhin zu Kimmeridge. Aber das ist überholt.

Der neue Besitzer ist die seit 1935 in Österreich tätige RAG, die dort bisher 15 Millionen Tonnen Rohöl geförderet hat – das ist für einen Zeitraum von achtzig Jahren ein Tröpfchen. Die RAG gehört drei österreichischen Energieversorgern sowie (mit fast 30%) der deutschen E.ON. Die Tochter RDG betont, dass Fracking nicht zu den in ihrem Firmenbereich eingesetzten Techniken zählt. Stattdessen baut die RDG auf nicht näher erläuterte Verfahren: „Die Erdöllagerstätten in den Aufsuchungsgebieten der RDG sind im internationalen Vergleich klein und erfordern den Einsatz innovativer technischer Verfahren, um das vorhandene Erdöl überhaupt nutzen zu können“ (Webseite der RDG). Im übrigen erweist sich RDG als Künstlerin industrieller Lyrik: „Die Förderung des Erdöls läuft nahezu lautlos ab. Es besteht ebenso keinerlei Risiko, dass Natur und Tiere in der Umgebung durch die Lautstärke in ihrem natürlichen Leben gestört werden. Nach Abschluss der Förderung wird das Gelände renaturiert. Danach erinnert nichts mehr an die Bohrung“ (Webseite). Im Anschluss möchte sich die RDG gern durch Geothermie weiterhin der Bohrung bedienen, daher der Name RDG. Er steht für Rohöl, Deutschland und Geothermie. Wie das damit vereinbar ist, dass die Firma ankündigt, das Lagerstättenwasser wieder in die Lagerstätte zurückzupumpen, bleibt offen.

Der Besitzerwechsel scheint darauf hinzudeuten, dass die Erkundung durch die Kimmeridge GmbH in ein Stadium eingetreten ist, wo die Förderung konkret vorbereitet werden kann. 3D-Seismik und Probebohrungen wären die nächsten Schritte, die anscheinend jetzt nicht mehr von Kimmeridge, sondern RDG durchgeführt werden. Dazu RDG: Sie werde untersuchen, „welche Reservenmengen in diesen aufgelassenen Ölfeldern verblieben sind und mit welchen modernen Methoden diese nachhaltig wirtschaftlich und umweltverträglich gefördert werden können. Hierzu werden auch alte seismische Messungen neu berechnet und als Grundlage für die Erstellung von geologischen und lagerstättentechnischen Modellen herangezogen. Am Ende dieser Bemühungen kann das Abteufen einer Bohrung zur Erkundung der Wiedererschließung eines solchen alten Ölfeldes stehen“ (Webseite)

Die BI „Kein Fracking in der Heide“ wird sich bemühen, den neuen Besitzern die kritische Haltung der Bevölkerung im Landkreis Harburg gegenüber Fracking, Ölförderung und allen vorbereitenden Aktivitäten zu verdeutlichen. Der Landkreis Harburg und die Gemeinden, die sich verpflichtet haben, keine Kimmeridge-Aktivitäten auf ihren Liegenschaften zuzulassen, sollten die Beschlusslage den neuen Besitzverhältnissen anpassen.

Vielleicht sollten wir die Firma RDG zu nächsten Informationsveranstaltung der BI am 14.2.2017 im Fleester Hoff (Seevetal-Fleestedt) einladen. Wir bleiben am Ball.

http://www.rdg.energy/unternehmen.html

http://www.pennenergy.com/articles/pennenergy/2016/12/oil-and-gas-news-petroleum-equity-and-rag-to-acquire-kimmeridge-gmbh.html

(Ingo Engelmann)

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