Lecks von Ölquellen durch Zementveränderung (auch als Langzeitkonsequenzen)

Die Methangaskontamination des Grundwassers in einigen Gebieten der USA und Kanada wird durch die Öl- und Gasförderung verursacht. Das belegen neue Untersuchungen amerikanischer Wissenschaftler (http://www.pnas.org/content/early/2014/09/12/1322107111.full.pdf+html).

Die Quelle dafür sind aber anscheinend nicht die Fracking-Risse im Gestein, sondern Lecks in den zementierten Umhüllungen der Bohrlöcher. Diese Gaslecks können sich auch noch Jahre später bilden, nachdem die Gasförderung längst eingestellt und die Bohrlöcher mit Zement verschlossen wurden. Die wahrscheinlichen Gründe dafür sind Schrumpfungen des Zements, die rundum Risse verursachen, die sich aufwärts fortsetzen und zu einer langsamen Anreicherung von Gas hinter die Zementhülle führen (http://www.hydrorelief.org/frackdata/references/65704543-Casing-Leaks.pdf).

Schaubild Grundwasserverschmutzung durch Methan

Darrah et. al. (PNAS , August 2014) stellen 7 Szenarien vor, bei denen einzelne oder mehrere Ereignisse für eine Anreicherung von Methan oder anderen Kohlenwasserstoffen im Grundwasser verantwortlich sein können:

1. Direkte Methanbildung durch Bakterien

2. Gasanreiche Salzlösungen, die durch tektonische Prozesse in geologischen Zeiträumen aus unterliegenden Formationen aufsteigen

3. Entweichen von Methangas (entstanden in Szenario 1 oder 2) aufgrund von Vibration oder
Grundwasserspiegelschwankungen bei Bohrarbeiten

4. Leckagen in Bohrungen über schlecht zementierte Ringspalten

5. Leckagen aus defekten oder korrodierten Bohrrohren

6. Aufstieg von Gas über durch Fracking entstandene Risse und Spalten

7. Leckagen in stillgelegten Bohrbrunnen

 

Eine Zusammenfassung von Dusseault et al.(SPE 2000):
Why Oilwells Leak: Cement Behavior and Long-Term Consequences
http://www.hydrorelief.org/frackdata/references/65704543-Casing-Leaks.pdf
und Darrah e.a. (PNAS 8, 2014)
http://www.hydrorelief.org/frackdata/references/65704543-Casing-Leaks.pdf).
Mit freundlicher Erlaubnis der PNAS zur Veröffentlichung (30.09.2014)

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