Zur Erinnerung, Herr Minister: Kein Fracking in der Heide!

Am 7.2.17 war der Wirtschaftsminister Lies zu Besuch in Buchholz. Wie schon in den vergangenen Jahren nahm die BI „Kein Fracking in der Heide“ den Besuch zum Anlass, ihn über die Lage im Landkreis bezüglich der Förderung fossiler Energien zu briefen. Bei der Gelegenheit wurden auch die mittlerweile über 10.000 Unterschriften an ihn übergeben, in denen  sich Bürger gegen Fracking und Gasbohren ausgesprochen hatten. Zunächst dankte der Minister den BIs für ihren Einsastz, der einige der im letzten Jahr verabschiedeten Verbesserungen beim Schutz vor uneinschätzbaren Risiken bei der Gas- und Ölförderung (Fracking) erst ermöglicht habe. Er musste aber auch zur Kenntnis nehmen, dass diese neuen Regelungen sämtlich nicht für en Landkreis Harburg, die dort bestehenden bestandsgeschützten Fördereinrichtungen und die Erdölförderung gelten. Im Landkreis Harburg haben wir daher von den ganzen Neuerungen nichts (wenn sie denn hier oder da Verbesserungen bringen sollten).

Im Einzelnen sprachen Renate Maaß und Peter Schmüser von der BI in dem einstündigen Gespräch mit dem Minister über die bestehenden Bohrungen samit Erlaubnissen und Bewilligungen, von der Kavernenspeicherung und der neu im Landkreis tätigen Firma RDG. Die durch RDG von Kimmeridge aufgekaufte Aufsuchunsgerlaubnis läuft Ende des Jahres aus. Schon früher endet der Bewilligungszeitraum, in dem Engie in Beckedorf Öl fördern darf. In beiden Fällen ist eine Verlängerung nicht unwahrscheinlich – aber die BI erinnerte daran, dass es Ungereimtheiten in Bezug auf die Sorgfalt der Firma Engie gibt, die den Betriebsplatz schon mal offen und unbeaufsichtigt ließ und ihre Bohrplätze nur unzureichend sichert, um Bodenverschmutzungen zu verhindern. Die Firma RDG hatte in Bayern kürzlich ein sehr rustikales Vorgehen gegenüber Grundstücksbesitzern an den Tag gelegt, die mit dem Betreten ihrer Grundstücke zu seismologische Untersuchungen nicht einverstanden waren. In Sottorf wird die mögliche Veränderung der Bodenbeschaffenheit (Absenkungen?) durch die Ölkavernen nicht überwacht, es gibt kein Monitoring und keinen Ausgangswert. Auch die Verklappung der Sole aus den Kavernen in die Elbe ist unklar: Gibt es Obergrenzen? Wieviel wird überhaupt in die Elbe geleitet und geht ungeklärt in Fluss und Nordsee?

Der Minister nahm die Informationen in seiner bekannt charmanten Art entgegen und wird damit nach Ministerart verfahren. Wie auch immer das aussieht.

 

(Ingo Engelmann)

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